„Leidenschaftlicher“ Sportwagenhersteller verlagert Produktion nach Großbritannien

16 February 2010
Trade & Industry » Automotive     BTI_13597
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"Passionate" Sports-Car Maker Switches Production To UK Un constructeur de voitures de sport passionné délocalise sa base de production au Royaume-Uni 「情熱的な」スポーツカーメーカー、製造拠点を英国へ “激情”跑车制造商将生产迁至英国 Fabricante “Apaixonado” de Carros Esporte transfere  Produção para o Reino Unido UK Un fabricante de deportivos “apasionados” traslada su planta de producción al Reino Unido

Der Sportwagenbauer Spyker - Slogan: „Mit Leidenschaft geschaffen für die leidenschaftlichsten Fahrer" - verlagert seine Fahrzeugmontage nach Großbritannien, um die Zukunft der Marke zu sichern.

Spyker Cars zieht mit seinem Montagewerk für Sportautos der Oberklasse aus den Niederlanden weg, um effizienter arbeiten und erhebliche Kosteneinsparungen erzielen zu können.

Das Unternehmen, das sein erstes Auto im Jahr 1898 gebaut hat, siedelt seine Produktion von Zeewolde nach Coventry in Mittelengland um.

Dort übernimmt die Fa. CPP (Manufacturing) die Fahrzeugmontage - das Unternehmen war seinerzeit der erste Vertragspartner des niederländischen Betriebs nach dessen Neubeginn.

„In der heutigen schwierigen Zeit muss ein kleiner Hersteller wie Spyker Wege finden, um Kosten zu sparen und seine Effizienz zu verbessern", begründet Spyker-Geschäftsführer Victor R. Muller den Umzug.

„Indem wir die Fahrzeuge von der Fa. CPP (Manufacturing) montieren lassen, die unser erster Vertragspartner nach Gründung unseres Unternehmens im Jahr 2000 war und seither zu unseren verlässlichsten Partnern zählt, können wir die Zukunft unseres Betriebs sichern.

Da wir ungefähr die Hälfte der Bauteile für unsere Autos aus Großbritannien beziehen und dort praktisch alle wichtigen Zulieferer ansässig sind, können wir durch eine Ansiedlung in der Nähe unserer Lieferanten und technischen Partner erhebliche Kosteneinsparungen und spürbare Effizienzverbesserungen erreichen.

Uns ist bewusst, dass die Arbeitsplätze in den Niederlanden davon betroffen sein werden, sind jedoch der Meinung, dass dieser Umzug unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen notwendig ist und im besten Interesse des Unternehmens und aller Beteiligten liegt."

Der geschäftsführende Direktor von CCP, Brendan O'Toole, fügt hinzu: „Wir arbeiten schon seit 2000 eng mit Spyker zusammen, als wir damals den allerersten Prototyp eines Fahrgestells für das Unternehmen gebaut haben. Wir haben uns gemeinsam mit Spyker zu einem der führenden Hersteller von in Kleinserien gebauten Autos in der Branche entwickelt. Wir werden auch weiterhin die höchsten Qualitätsstandards bei der Montage der Spyker-Fahrzeuge wahren, gleichzeitig aber auch erhebliche Kosteneinsparungen und betriebliche Effizienzsteigerungen für Spyker realisieren können."

Von der Verlagerung der Montage nach Großbritannien ist ein Drittel der 135 Beschäftigten in den Niederlanden betroffen, wo im vergangenen Jahr insgesamt 43 Luxussportautos hergestellt wurden.

Seit dem Jahr 2000 hat sich Spyker mit seinen Sportwagen, die von einer Gruppe spezieller Techniker aus den besten verfügbaren Materialien von Hand gefertigt werden, einen festen Platz im Nischenmarkt der Superautos erobert. Ein Unternehmenssprecher bezeichnet die Fahrzeuge als „mit Leidenschaft geschaffen für die leidenschaftlichsten Fahrer".

Die Spyker-Produktion zieht also nach Mittelengland, eine Region, die ohnehin als Zentrum des Autobaus gilt. Dort stößt Spyker zu der weltweit größten Ansammlung von Herstellern, die Sportautos in geringer Stückzahl bauen.

Großbritannien weist mehr Spezialautobauer auf als alle anderen europäischen Länder, darunter so bekannte Marken wie Caterham, Morgan und Lotus.

Die Ursprünge von Spyker reichen zurück in das Jahr 1875 - damals gründeten die Brüder Jacobus und Hendrik-Jan Spijker eine Kutschenfabrik. 1898 weiteten sie ihre Produktion aus und bauten das erste Kraftfahrzeug, mit dem sie wegen der handwerklichen Qualität der Karosserie sofort Aufmerksamkeit erregten.

„Das war der Wendepunkt ihrer beruflichen Karriere", erklärt ein Sprecher. „Von diesem Moment an richteten die Brüder Spijker ihren Betrieb völlig auf den Bau von Automobilen aus. Das Unternehmen wurde in Spyker umbenannt, da dieser Name auf ausländischen Märkten eingängiger war."

Spyker baute das erste Auto mit einem Sechszylindermotor, permanentem Allradantrieb und Vierradbremse und sowie ein patentiertes Fahrgestell mit einem Staubfänger. Dieses Chassis war mit einer festmontierten Unterschale ausgestattet, die verhinderte, dass das Auto auf nicht befestigten Straßen Staub aufwirbelte.

Während des 1. Weltkriegs sah sich der Autobauer aufgrund des globalen Zusammenbruchs des Luxusfahrzeugmarktes veranlasst, sich mit dem Flugzeughersteller Dutch Aircraft Factory zusammenzutun, um in einem neuen Projekt Kampfflugzeuge zu entwickeln und zu bauen.

Nach Kriegsende 1918 nahm Spyker dann die Autoproduktion wieder auf und baute eine Reihe erfolgreicher Modelle, von denen eines sogar einen neuen Ausdauerrekord aufstellte: In 36 Tagen ununterbrochener Fahrt legte der Wagen 30000 km zurück.

Ein Großteil dieses Erfolgs war der segensreichen Fusion von Flugzeug- und Automobiltechnik zu verdanken, die noch heute in dem charakteristischen Spyker-Signet - Reifen und Propeller - zum Ausdruck kommt.

Der ursprüngliche Spyker-Betrieb stellte 1925 seine Tätigkeit ein, Markenname und Reputation für technisch moderne, exotische und zuverlässige Autos sind jedoch auf die im Jahr 2000 gegründete neue Firma Spyker übergegangen (www.spykercars.com).

Seither haben zahlreiche Spitzenautos des Unternehmens Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt und Auszeichnungen für Qualität und Innovation gewonnen. Auch auf der Rennstrecke ist die Marke erfolgreich, z.B. mit der Teilnahme am Ausdauerrennen der 24 Stunden von Le Mans. Darüber hinaus konnte das Unternehmen das britische Rennteam Midland F1 Racing, auch als MF1 Racing bekannt, von sich überzeugen.

Angesichts dessen blickt Spyker voller Zuversicht auf eine Zukunft der Expansion. So hat das ambitionierte Unternehmen etwa einen Vorstoß zur Übernahme des schwedischen Autobauers Saab unternommen.

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