Sisyphus hat Ruh‘ – Brücke ist angestrichen
25 January 2012 by Antony Loveless, London Press Service
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End of never-ending task: a specialist coating system developed in the UK means the Forth Bridge should not need repainting for up to 40 years. Image by Antony Loveless
Sisyphus hat Ruh‘ – Brücke ist angestrichen
Zumindest diese Aufgabe ist jetzt aber erledigt. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die für sich in Anspruch nehmen können, eine alltägliche Redewendung obsolet werden zu lassen, doch eben dies ist jetzt Network Rail, Balfour Beatty und 200 Malermeistern in Zusammenarbeit gelungen.
Dank ihrer Bemühungen – und eines von der Fa. Leighs Paints entwickelten Speziallacksystems – hat die englische Bezeichnung für eine Sisyphusarbeit keine Berechtigung mehr.
Soeben wurden das Gerüst und die Schutzplanen von der 2,4 km langen Eisenbahnbrücke entfernt, die Edinburgh mit der Halbinsel Fife über die Mündung des Forth in Schottland verbindet. Zu sehen ist nunmehr der neue rote Anstrich, von dem erwartet wird, dass er mindestens 20 – vielleicht sogar 40 – Jahre lang halten wird, ehe er erneuert werden muss.
Das Team benötigte 10 Jahre, um mit einem Kostenaufwand von 130 Millionen Pfund auf eine Fläche von 230 000 m² eine Dreifachschicht von Glasflockenepoxid aufzutragen und damit eine nahezu undurchdringliche chemische Barriere zu schaffen, die den viktorianischen Stahl der Brücke versiegeln und vor der Witterung schützen soll.
Bevor sie sich an den Anstrich machen konnten, mussten zunächst alle vorhandenen Farbschichten zum ersten Mal in der 120-jährigen Geschichte der Brücke abgestrahlt werden, um umfassende Reparaturen an der Stahlkonstruktion vornehmen zu können.
Mit die größten Probleme verursacht der Standort der Brücke mit seinen harschen, mitunter unwirtlichen Umweltbedingungen: Küstengewässer mit hoher Strömungsgeschwindigkeit und mäßigem bis hohem Salzgehalt, starke Winde sowie vom Meer aufziehender Nebel. Der Aufbau der Brücke ist außergewöhnlich kompliziert. Sie besteht aus 53 000 Tonnen Stahl mit 6,5 Millionen Nieten, aneinanderstoßenden Winkeleisen, mehrschichtigen Stahlplatten und Korrosionsklappen.
Die Brückenpfeiler sind mit 60 cm dickem Granit verkleidet und bestehen aus knapp 92 000 m³ Beton und Stein.
Auf dem Höhepunkt der Konstruktionsarbeiten waren hier mehr als 4 000 Männer am Werk, 57 davon kamen während der siebenjährigen Bauzeit ums Leben. Die Bedeutung der Brücke kann nicht hoch genug veranschlagt werden: Jeden Tag wird sie von 150 Zügen befahren, die pro Jahr rund 3 Millionen Personen und 8 Millionen Tonnen Fracht befördern.
Die Brücke ist selbst zu einer Sehenswürdigkeit geworden, die während des ganzen Jahres eine erhebliche Anzahl von Besuchern anzieht. So ist es angesichts der auffälligen Silhouette nicht verwunderlich, dass die Brücke häufig als Hintergrund bei Fotoaufnahmen dient.
Die im nordwestenglischen Bolton ansässige Fa. Leighs Paints entschied sich für das Glasflockenepoxid, weil sich diese Lackkombination bereits unter den weitaus härteren Witterungsbedingungen auf Ölplattformen in der Nordsee bewährt hat. Die Effektivität beruht zum Teil auf den ausgezeichneten Haftungs- und Korrosionsschutzeigenschaften, sodass sich ein wirkungsvoller Witterungsschutz ergibt.
Der ausgewählte Schichtaufbau besteht aus einer dicken Grundierung, einem Glasflockenepoxid-Auftrag sowie einem Acryl-Urethan-Anstrich mit einem Schutzbelag aus Epoxidglasflocken in den Problemzonen. Wichtig war, die kräftige rostrote Farbe der Forth-Eisenbahnbrücke beizubehalten. Deshalb wurde darauf geachtet, dass die Grundierung, die Schutzschicht und die Zwischenanstriche sich farblich genügend unterscheiden, trotzdem aber zu dem traditionellen roten Erscheinungsbild der Brücke passen.
Der Schlussanstrich besteht aus einem Acryl-Urethan-Harz, das den speziellen Anforderungen an Glanz und Farbe entsprechend hergestellt wurde. Es ist äußerst farb- und glanzbeständig und lässt sich beliebig oft erneuern – was für zukünftige Anstriche besonders vorteilhaft ist, weil die Vorbereitung der Oberfläche auf ein Minimum reduziert werden kann.
„Wir freuen uns, dass wir bei der Restaurierung eines solch bekannten Bauwerks wie der Forth-Eisenbahnbrücke mitwirken konnten“, sagt Dave Bottomley, technischer Leiter bei Leighs Paints. „Die hier verwendeten Lacke werden in erster Linie in der Offshore-Branche eingesetzt. Das Glasflockenepoxid verbindet sich mit dem Metall und hält auf diese Weise die Feuchtigkeit fern.“
Der Baukonzern Balfour Beatty hatte die undankbare Aufgabe, das Gerüst zu sanieren. Das Unternehmen begann im Jahr 2002 mit der Aufgabe, die 53 000 Tonnen Stahl bis auf das blanke Metall zu strahlen, ehe der haltbare Neuanstrich erfolgen konnte.
Da mag auch David Simpson, Streckengeschäftsführer bei Network Rail Scotland, nicht zurückstehen: „Network Rail ist der stolze Sachwalter unserer Eisenbahngeschichte, die sich in der Forth-Brücke verkörpert. Seit 1890 wird die Brücke benutzt – ein Denkmal für das Genie britischer Eisenbahningenieure. Während der letzten zehn Jahre wurde sie in den Originalzustand zurückversetzt, und der neue Anstrich wird die Stahlkonstruktion auf Jahrzehnte erhalten.“
Name: Lisa Usher
Website: http://www.leighspaints.com
Tel: +44 (0)1204 521 771
Email: lisa.usher@leighspaints.com
Address: Leighs Paints, Tower Works, Kestor Street, Bolton, United Kingdom, BL2 2AL
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