Ökostrom – ein zündender Gedanke
Die Erzeugung von Energie in umweltgerechter Weise - in diesem Fall Umwandlung des bei der Abwasserbehandlung anfallenden und aufgefangenen Biogases in Strom - wird in Großbritannien weiter vorangetrieben. Ein großes Versorgungsunternehmen hat die Errichtung zweier neuer und den Ausbau einer bereits bestehenden Stromerzeugungsanlage angekündigt.
Die neuen Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) von Southern Water, die mehr als genug Kapazität für die Eigenversorgung des gesamten Betriebs besitzen, sollen in zwei Kläranlagen des Unternehmens in der südlich von London gelegenen Grafschaft Kent gebaut werden.
Der dort erzeugte Strom reicht zur Deckung des Energiebedarfs für Heizung, Küchengeräte und Beleuchtung von mehr als 3000 Haushalten.
Mit den Anlagen erhöht sich die Zahl der von Southern Water betriebenen KWK-Werke in Südostengland auf insgesamt 13, was bedeutet, dass sie theoretisch 13% der vom Unternehmen verbrauchten Energie liefern könnten.
Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird das bei der Abwasserbehandlung anfallende Biogas als Brennstoff zur Funkentzündung einer Gaskolbenmaschine mit direktgekoppeltem Generator verwendet. Aus dem wiederverwerteten Biogas wird nicht nur genügend Elektrizität zur Eigenversorgung der Kläranlage gewonnen, sondern darüber hinaus wird der Überschuss in das nationale Stromnetz zur Versorgung der Bevölkerung eingespeist.
Ein weiterer Vorteil aus ökologischer Sicht ist, dass sogar die im Kraftwerk entstehende Wärme aufgefangen und für den Klärprozess nutzbar gemacht wird. Dies ermöglicht die gefahrlose Wiederverwendung der Feststoffe als Dünger in der Landwirtschaft.
Die britische Regierung ist bestrebt, umweltfreundliche Tätigkeiten zum Antriebsfaktor für den Wirtschaftsaufschwung zu machen, wenn sich die Konjunktur von der Rezession erholt.
Bezeichnenderweise ist Großbritannien das erste Land, das das Ziel einer Verringerung des CO2-Ausstoßes gesetzlich verankert hat. Das im Oktober 2008 verabschiedete Klimaschutzgesetz schreibt eine Emissionsreduzierung von mindestens 26% bis 2020 und von 80% bis 2050 gegenüber den Werten von 1990 vor.
Britische Unternehmen und Universitäten nehmen bei der Entwicklung umweltgerechter Lösungen auf zahlreichen Gebieten eine Führungsposition ein und sind mit ihrer Sachkunde in der ganzen Welt gefragt.
Die nachgewiesene Attraktivität des Wirtschaftsumfelds für ausländische Investoren, die Spitzenleistungen der Forschung und bereits vorhandenen Möglichkeiten zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes sind Faktoren, die in ihrer Kombination Großbritannien zu einem idealen Versuchsstandort für Innovation und Entwicklung von Umwelttechnologien und Geschäftsmodellen machen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein Ausbau der Vorreiterrolle im Bereich der Emissionsverringerung, die viele britische Unternehmen und Einrichtungen bereits jetzt schon ausüben, für die Zukunft des ganzen Landes von entscheidender Bedeutung ist.
Angesichts der bevorstehenden Verhandlungen über einen neuen weltweiten Klimaschutzvertrag auf der UN-Konferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 entfalten Großbritannien und andere Länder erhebliche Aktivitäten, um den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise zu beschleunigen.
Southern Water hat mehr als 5 Millionen Pfund in die Anlagen investiert. Als Unternehmen, das sich der Umwelt und der Nutzung erneuerbarer Energieträger verpflichtet fühlt, hat es sich selbst das Ziel gesetzt, die von der Regierung angestrebten Werte zu erfüllen, nämlich 20% der verbrauchten Energie im Jahr 2020 aus erneuerbaren Quellen zu beziehen; mit den neuen KWK-Werken sind diese Vorgaben schon zu mehr als die Hälfte erfüllt.
Die Firma bemüht sich auch um andere Formen nachhaltiger Stromerzeugung durch Nutzung von Wasser- und Windkraft.
„Mit Blick auf die Zukunft bemühen wir uns wirklich, die Nutzung erneuerbarer Energien zu maximieren und das Unsere zu einer Reduzierung des Emissionsprofils beizutragen", erklärt Martin Ross, der für Energieverbrauch und Emissionen bei Southern Water zuständig ist. „Die KWK-Anlagen erweisen sich in dieser Hinsicht sicherlich als ein Erfolg."


































