Der National Trust in einem weltweiten Verband – eine ,,starke Bande"
Der National Trust, der sich um das kulturelle Erbe und die Umwelt Englands,Wales' und Nordirlands kümmert, gehört zu den beliebtesten gemeinnützigen Einrichtungen Großbritanniens. In Schottland werden die gleichen Aufgaben vom National Trust for Scotland wahrgenommen.
Weniger bekannt ist jedoch, dass es auf der ganzen Welt 40 solcher Vereinigungen gibt, die sich jetzt zur International National Trusts Organisation (INTO) zusammengeschlossen haben, die ähnlich wie die Trusts in Großbritannien arbeiten. Zwischen all ihnen besteht eine starke Bande, und sie alle orientieren sich an dem „Ur-Trust", von dem die Bewegung 1895 in Großbritannien ihren Ausgang nahm.
Seit dem Start der INTO im Dezember 2007 in Indien wurde inzwischen das INTO-Sekretariat bei der National-Trust-Zentrale in London eingerichtet.
Die offizielle Gründung des Verbands fand in Neu-Delhi im Rahmen der vom Indian National Trust for Arts & Cultural Heritage veranstalteten 12.Internationalen Konferenz der National Trusts statt, an der Delegierte aus aller Welt teilnahmen. 48 National Trusts und ähnliche Einrichtungen unterzeichneten die INTO-Satzung.
Eines der aktivsten INTO-Mitglieder ist der Indian National Trust for Art & Cultural Heritage (Indischer National Trust für Kunst und kulturelles Erbe - Intach). Im Juni schloss die indische Vereinigung eine Vereinbarung mit dem Fremdenverkehrsamt der Verwaltung von Delhi.
„Es handelt sich um einen äußerst wichtigen Schritt beim Aufbau einer Partnerschaft mit der Verwaltung von Delhi im Bereich des Kulturerbes", erklärt ein Intach-Sprecher. Zunächst werde man einen langfristigen Plan erarbeiten, um Delhi den Status einer Stadt des Weltkulturerbes zu verschaffen.
In China indessen gründete Prof. Ruan Yisan im Jahr 2006 die Ruanyisan Heritage Foundation zur Förderung und Unterstützung der Pflege des städtischen Kulturerbes. Es ist die erste private Stiftung, die sich die Erhaltung des Kulturschatzes in China zur Aufgabe gemacht hat - zunächst durch Aufklärung der Bevölkerung und der Regierung über ihre Ziele.
Ende des 19. Jahrhunderts entstanden rund um die Welt Organisationen, um das rasch schwindende Landschafts- und Kulturbild zu bewahren.
Seitdem hat sich die Bewegung auf Länder wie Australien, Barbados und Kanada bis hin zu Korea, Malta, den Niederlanden, Taiwan, den USA und Neuseeland ausgeweitet.
Trotz der individuellen Unterschiede haben alle Trusts ähnliche Ziele, Satzungen und Organisationsstrukturen - in der ganzen Welt gibt es mittlerweile Dutzende solcher Vereinigungen und ähnlicher Kulturschutzeinrichtungen.
Bereits seit den 1970er Jahren treffen sich zahlreiche Trusts in dreijährigem und jetzt zweijährigem Turnus, um sich über vorbildliche Praktiken in der Branche auszutauschen, festangestellte und freiwillige Mitarbeiter neu gegründeter Trusts fachlich zu schulen und die Gründung neuer Einrichtungen zu fördern.
Darüber hinaus werden im Rahmen dieser Sitzungen konkrete Probleme der Konservierungstätigkeit diskutiert, die über die nationalen Grenzen hinaus bestehen und in denen es einer gemeinsamen Stimme bedarf - etwa beim Klimaschutz.
In der INTO kommen Vereinigungen aus aller Welt zusammen, die ein gemeinsames Interesse an der Erhaltung und Nutzung unseres sichtbaren und unsichtbaren kulturellen und landschaftlichen Erbes haben.
Durch Kooperation, Koordination und Kameradschaft eröffnet die INTO den Menschen die Möglichkeit, Informationen auszutauschen, optimale Arbeitsmuster zu entwickeln und zu fördern sowie auf Änderungen hinzuwirken.
Heute im 21. Jahrhundert ist das Erbe des gesamten Planeten durch Umweltverfall, Vernachlässigung und Konflikte zunehmend gefährdet. Demgegenüber stehen ein wachsendes Bewusstsein und eine verstärkte Anerkennung des Wertes gemeinsamen Tätigwerdens auf internationaler Ebene.
Die INTO berät nationale Trusts über Techniken zur Durchführung von Aktionen im eigenen Land und erarbeitet ein internationales Interessenvertretungsprogramm, um das kulturelle und landschaftliche Erbe in den Blickpunkt des globalen politischen Gestaltungsprozesses zu rücken. Darüber hinaus bemüht sich die INTO um die Finanzierung von Hilfsprogrammen, die ihren Mitgliedern zugutekommen.
Die INTO leistet Hilfestellung für Vereinigungen, die den Status eines National Trust anstreben, gibt Informationen und Hinweise zu den rechtlichen und steuerlichen Anreizen für nationale Organisationen und stellt Unterlagen zur Verfügung, die als Grundlage für die Formulierung neuer Bestimmungen bzw. Satzungen dienen können.
Ein INTO-Sprecher fügt hinzu: „Mit unserem Projekt ‚Heritage Horizons‘ wollen wir Musterbeispiele für Bestimmungen nationaler Einrichtungen, Kulturschutzgesetze, Planungspolitik und Leitfäden zu vorbildlichen Praktiken aus aller Welt sammeln."
































