Popstar singt Loblied auf … alte Autoreifen
Eine Topsängerin stellt ihren Showbusinessglamour und ihre Repräsentationserfahrungen als Popstar einem Unternehmen zur Verfügung, das alte Autoreifen zu Gartenmulch und ‑splitt verarbeitet, denn erstens sorgt sie sich um die Umwelt und zweitens kann man auf diese Art und Weise sehr gut Altgummi wiederverwerten.
Kim Wilde, von der Popprinzessin der achtziger Jahre zur heutigen Gartenbauqueen aufgestiegen, hat ein Ehrenamt bei der britischen Firma Dunweedin' übernommen, die ein Sortiment revolutionärer Recyclingprodukte für Gärten, Wege, Spielplätze und dergleichen anbietet.
Jedes Jahr werden weltweit Millionen abgefahrener Reifen weggeworfen. Da sie sich nicht zersetzen und da in vielen Ländern eine Entsorgung auf Deponien nicht mehr infrage kommt, mussten Reifenmontierbetriebe nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten, um die sich bei ihnen auftürmenden Berge nutzlosen Gummis abzubauen.
Die Vorstellung von zerhäckselten Reifen, die über Gartenwege gestreut werden, mag auf Anhieb zwar nicht sehr attraktiv sein, aber wenn man bedenkt, dass der zerkrümelte Gummi in zahlreichen ansprechenden Farben erhältlich ist, sieht die Sache schon anders aus. Dabei werden wasserlösliche recycelte Lacke verwendet, einschließlich Grün natürlich. Ein weiterer Vorteil gegenüber Baumrinde, Kiesel oder anderen herkömmlichen Deckmaterialien besteht darin, dass die Krume inert ist und kein Wasser absorbiert.
Die Brösel bzw. der Splitt aus Gummi dient auch als Unkrautunterdrücker - daher der Firmenname Dunweedin' („Schluss mit Unkrautjäten"). Wilde hat sich mit dem Unternehmen zusammengetan und wirbt für deren Rasenpflege‑ und innovativen Gummimulchprodukte, die vor zwei Jahren auf den Markt gekommen sind. Wenn sie nicht gerade eines ihrer regelmäßigen Konzerte gibt oder ein Radioprogramm moderiert, singt sie ein Loblied auf die Wiederverwertung von Abfall.
Kim Wilde - eher bekannt als Popblondine mit Top-Ten-Hits - hat sich in den vergangenen Jahren einer weniger glamourösen Passion hingegeben, für die sie früher kaum Zeit hatte: Gartengestaltung. Auf diesem Gebiet hat sie sich mittlerweile einen gewissen Ruf erworben, Bücher geschrieben, ist im Fernsehen aufgetreten, hat einen zweijährigen Ausbildungskurs absolviert und eine Goldmedaille für einen Garten gewonnen, den sie auf der weltbekannten Chelsea Flower Show geschaffen hat. Und außerdem wird sie von Tag zu Tag grüner.
„Die Produkte sind nicht nur attraktiv und praktisch, sondern sie sind auch erste Wahl für jeden, dem die Umwelt am Herzen liegt", sagt sie. „Ich finde die Wiederverwertung von Produkten toll, vor allem im Garten.
Ich bin vor einigen Jahren darauf gestoßen, als ich einen Garten gestaltet habe und wir diese Brösel auf einem Spielplatz verwendet haben. Das sah sehr gut aus. Es ist sehr effektiv, und das Gute daran ist natürlich, dass auf diese Weise all die alten Reifen recycelt werden. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist es eine gute Sache und unter ästhetischen Gesichtspunkten erhält man ein schönes Produkt."
Der Mitbegründer der Firma Dunweedin', Bob Jones, freut sich über die Unterstützung der prominenten Persönlichkeit: „Ihr gefällt das Konzept, es entspricht ihren Wertvorstellungen." Jones war früher Geschäftsführer einer kleinen Ingenieurfirma, die Abfallbewirtschaftungsanlagen für Unternehmen in der nordwestenglischen Grafschaft Cheshire konstruiert hat. Die Idee, Altreifen für verschiedene Gartenprodukte wiederzuverwenden, kam ihm, als die Entsorgung von Reifen in Deponien verboten wurde.
Schon seit Langem wird Gummikrume z. B. als Polsterschicht unter künstlichem Rasen auf Fußballplätzen oder als Oberfläche auf Spielplätzen oder Laufbahnen verwendet. Die üblichste Verwendung für alte Reifen ist jedoch ihre Nutzung als Brennstoff in Zementfabriken. Auf diese Weise werden rund 30 % entsorgt.
Nach Angaben von Dunweedin' kann der recycelte Splitt als farbenfroher haltbarer Mulch zur Unkrautunterdrückung oder als loses Füllmaterial für Spielplatzoberflächen aufgebracht werden. Seit Kurzem bietet die Firma auch ein neues Krumenprodukt an, das sich perfekt zur Stabilisierung von Rasenflächen eignet, sodass sie auch bei starker Beanspruchung immer ansehnlich bleiben.
Im Jahr 2008 hat Kim Wilde die neue Produktionsstätte von Dunweedin' in Cheshire eingeweiht. Das 4 Millionen Pfund teure Werk ist im Rahmen einer Partnerschaft zwischen Dunweedin' und dem Recyclingkonzern SITR entstanden. Die SITR-Fabrik ist die erste in Großbritannien, sechs weitere sind geplant. In den nächsten zwei Jahren soll dann eine weitere Expansion auf das europäische Festland erfolgen.
In Nordirland hat die große Reifen- und Fahrzeugwiederverwertungsfirma PPP in Ballymena ein Aufbaudarlehen in Höhe von 50 000 Pfund vom französischen Reifenkonzern Michelin erhalten. Mit dem Kredit entsteht eine neue Anlage im Rahmen der unternehmensweiten Bemühungen von Michelin, die Energiekosten zu senken und Industrieabfälle zu vermeiden. Nach der Fertigstellung kann PPP die Reifen von dem nahegelegenen Michelin-Werk abnehmen und zu Recyclingprodukten für Dunweedin' verarbeiten.































